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Ich muss als Kita-Leitung nicht alles selbst machen

Eine Aufgabe selbst zu erledigen wirkt oft schneller, als sie zu erklären. Wenn daraus ein Dauerzustand wird, landet allerdings immer mehr auf dem eigenen Schreibtisch. Aufgaben abzugeben ist deshalb mehr als eine Entlastungsstrategie. Es kann dem Team Raum geben, Fähigkeiten einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.


Max Lorenz bei der Vorbereitung gemeinsamer Teamaufgaben

Vor dem Abgeben die Aufgabe verstehen


Nicht jede Aufgabe eignet sich in gleicher Weise zur Übertragung. Prüfe zuerst, welche Verantwortung bei dir bleibt, welche Entscheidungsspielräume bestehen und welche Kenntnisse gebraucht werden. Die Frage lautet nicht nur: „Wer hat noch Zeit?“ Ebenso wichtig ist: „Wer kann diese Aufgabe mit passender Unterstützung übernehmen?“ Beachte dabei die vorhandenen Zuständigkeiten und Vereinbarungen deiner Einrichtung.


Das Ergebnis beschreiben, nicht jeden Handgriff


„Kümmere dich um den Elternabend“ lässt viel offen. Klarer wäre: „Bitte bereite einen Vorschlag für den Ablauf vor, sammle die Themen aus den Gruppen und bringe ihn bis zu unserem Termin mit.“ Besprecht zusätzlich, welche Entscheidungen selbst getroffen werden können und wann Rücksprache nötig ist. Wenn das Ziel eindeutig ist, muss der Weg dorthin nicht exakt deinem eigenen Vorgehen entsprechen.


Fünf Fragen für eine gute Übergabe


  1. Welches Ergebnis brauchen wir?
  2. Welche Entscheidungen kannst du selbst treffen?
  3. Welche Zeit, Informationen und Materialien stehen zur Verfügung?
  4. Wann ist ein Zwischenstand sinnvoll?
  5. Woran erkennen wir gemeinsam, dass die Aufgabe abgeschlossen ist?
Diese Fragen lassen sich auch für kleine Aufgaben nutzen. Bei einem neuen oder komplexen Vorhaben braucht die Übergabe entsprechend mehr Raum.


Verantwortung braucht passende Möglichkeiten


Eine Aufgabe zusätzlich zu verteilen, ohne über bestehende Arbeit zu sprechen, kann Belastung lediglich verschieben. Klärt deshalb, was dafür weniger oder später gemacht wird. Frage offen, ob die Aufgabe in der vereinbarten Zeit realistisch ist. Wenn Unterstützung fehlt, ist das kein Zeichen mangelnder Motivation. Es ist eine Information, die zur Planung gehört.


Begleiten, ohne alles wieder an dich zu ziehen


Vereinbarte Zwischenstände helfen mehr als ständiges Nachfragen. Besprecht an diesen Punkten: Was läuft? Was ist unklar? Welche Entscheidung steht an? Wenn das Ergebnis von deiner Vorstellung abweicht, prüfe zunächst, ob das vereinbarte Ziel trotzdem erreicht wird. Nicht jede andere Arbeitsweise ist ein Fehler. Wo Qualitätsanforderungen nicht erfüllt sind, braucht es dagegen konkrete Rückmeldung und eine gemeinsame Korrektur.


Mit einer überschaubaren Aufgabe anfangen


Wähle für die nächste Woche eine wiederkehrende Aufgabe aus, bei der du bislang automatisch selbst einspringst. Formuliere das gewünschte Ergebnis und besprich eine mögliche Übergabe. Nach Abschluss könnt ihr beide zurückblicken: Was war klar? Was hat gefehlt? Gute Delegation wächst durch solche Gespräche. Sie bedeutet nicht, Verantwortung loszuwerden, sondern sie bewusst und nachvollziehbar zu gestalten.


Weiterlesen: Warum Kita-Leitung?